Pädagogisches Konzept

"Der Buchstabe tötet, der Geist macht frei."[1] Dieses Zitat steht über dem Eingang der Universitätsbibliothek von Heidelberg. Dieses Zitat soll auch den Eingang in die Homepage des Kurfürst-Friedrich-Gymnasium bilden.

Schule kann in ihrer Dynamik nur als lebendiger Organismus begriffen werden, der erlebt werden will, der nur bedingt abgebildet werden kann. Hier liegen auch die Grenzen einer Homepage, die nur einen holzschnittartigen Überblick über das „vielfältige schulische Leben“ zu geben vermag.

Wer einen Eindruck von Schule erhalten will, muss das Leben in der Schule mit(er)leben. Denn Schule ist ein Ort des Zusammenseins von Menschen. Es sind die Menschen, die das Buch der Schule schreiben, nicht mit Tinte, sondern mit ihrer je persönlichen lebendigen Geschichte. „Der Buchstabe tötet, der Geist macht frei.“

Das Kurfürst-Friedrich-Gymnasium versteht sich als am humanistischen Bildungsideal orientiertes Gymnasium. Diese Orientierung bedarf einer lebendigen Auseinandersetzung, einer ständigen Gestaltung dieses Ideals und einer fortwährenden Aktualisierung dessen, was an unserer Schule gelehrt und gelernt wird.

Die modernen und alten Sprachen, die musische Bildung, der mathematische und naturwissenschaftliche Bereich, Wirtschaft und Informatik, die Vorbereitung auf die sich wandelnde digitalisierte Welt, die Auseinandersetzung mit der Geschichte und die Teilhabe an den politischen Prozessen unserer Gesellschaft all dies sind Elemente des Lehrens und Lernens an unserer Schule.

Die Gestaltung eines motivierenden, der Entwicklung des Menschen förderlichen Schulklimas ist dabei eine unerlässliche Grundvoraussetzung, damit Schule gelingt. Junge Menschen an neue Inhalte heranzuführen, ihre Begeisterung für die Wissenschaften zu wecken, damit sie „sich so viel Welt als möglich aneignen und mit sich verbinden können“,[2] ihnen Freiräume für die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung zu ermöglichen und jegliche Formen von Kreativität zu fördern verstehen wir als Kernaufgaben unserer Schule. Den Menschen in ganzheitlicher Weise zu sehen und die uns anvertrauten jungen Menschen eine solche Sicht (Respekt) im Umgang miteinander auch selbst erfahren zu lassen ist zugleich Grundlage und Folge des entworfenen Verständnisses von Schule.

Junge Menschen anzuregen zu schauen, zu staunen, zu experimentieren, die Natur zu betrachten, zu reflektieren, in Distanz zu den Dingen zu kommen, zu abstrahieren, zu unterscheiden verlangt von uns, sie nicht auf Funktionen zu reduzieren, verlangt, ihnen Zeit zu geben zu wachsen, ihre Begabungen zu erkennen, Fertigkeiten beizubringen und den Sinn für das Schöne zu wecken. Dabei wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler befähigen, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen, wir wollen sie mit einem breiten und festen Bildungshorizont ausstatten und studierfähig machen, sie kulturell verwurzeln und gleichzeitig fähig machen, dem Neuen, dem Fremden offen zu begegnen, sich darin zurecht zu finden und die Welt zu gestalten; nicht wertfrei und orientierungslos, sondern voller Respekt vor dem anderen und seiner Würde.

[1] Paulus, 2 Kor 3.6
[2] Vgl. Wilhelm von Humboldt

 

"Der Buchstabe tötet, der Geist macht frei."

Das Kurfürst-Friedrich-Gymnasium als
lebendigen Organismus zu erleben, will
die Homepage eine Einladung sein, eine
Einladung, Schule zuvörderst als einen
„Weg mit Menschen“ zu begreifen.

 

OStD Dr. Michael Alperowitz
Schulleiter

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